Über 5000 Masters-Schwimmerinnen und -Schwimmer aus rund 100 Ländern folgten der Einladung des Weltschwimmverbandes World Aquatics ins tropische Singapur. Diese Masters-WM wurde Anfang August direkt im Anschluss an die Schwimm-WM der Elite/Profis durchgeführt; wir schwammen quasi im selben Wasser wie Wellbrock, Märtens und Co, ein tolles Gefühl, was uns aber nicht unbedingt schneller machte.
Wir, das waren vom SV Poseidon Bente Heller, AK30, (Bild 1, links) und ich, AK75, (Bild 2) und aus Hamburg sieben weitere Aktive, die sich oft mit Rat und Tat und über eine WhatsApp-Gruppe gegenseitig halfen und informierten. Für Bente und mich war es die erste Schwimm-WM, an der wir teilnahmen.
Die große Schwimmhalle mit 4800 Sitzplätzen und 10 Bahnen (Bild 3) wurde nur für diese beiden Weltmeisterschaften errichtet, samt einer 50m Einschwimmhalle daneben. Beide Hallen werden am Ende der Meisterschaften wieder abgebaut. Was ein Luxus, Hamburg könnte sie gut gebrauchen. WM-Maskottchen und eine Fan-Zone durften nicht fehlen (Bild 4, 5)
Asiaten und Australier dominierten hier zahlenmäßig die Wettkämpfe, aber selbst aus dem fernen Mexiko waren über 100 Aktive angereist, wie mir ein Mexikaner beim Warten im Callroom erzählte. Er hatte vor 30 Jahren an der TU in Clausthal-Zellerfeld seinen Dr.-Ing. gemacht und schwärmte immer noch von Deutschland. Afrikanische Aktive sah man leider sehr selten, wohl aus den bekannten sozioökonomischen und historischen Gründen.
Die Konkurrenz war in den jüngeren Altersklassen sehr groß. So musste Bente in ihrer AK30 über 50 m Freistil gegen 101 ! Schwimmerinnen antreten. Sie kam in die Top Ten, wurde 9., ein großer Erfolg. In meiner AK75 waren 12 bis 17 Konkurrenten gemeldet, ich kam auf 5., 6. und 7. Plätze. Für die Hamburger Gruppe gab es zwar keine Medaillen, wir haben aber die internationale Atmosphäre, die Abläufe, den Flair eines Großevents und die netten Kontakte unter den Aktiven sehr genossen. So lieh sich ein Rückenschwimmer aus Baden-Württemberg kurz vor seinem Start meine Poseidon-Badekappe aus, da er seine in der Hektik nicht fand. Sie hat ihm Gück gebracht, er ist Bestzeit damit geschwommen.
Die Organisation war weltmeisterlich. Schon im Voraus wurden die Aktiven in einem 30-seitigen Manual über die Abläufe der WM informiert. Auf Graphiken wurde gezeigt, welche Wege die Aktiven beim Wettkampf in der Halle gehen müssen (Bild 6), wo die Wettkampfkleidung geprüft wird und wo der Medical Service ist. Das war bei der großen Teilnehmerzahl auch notwendig. So gab es über 50 m Freistil bei den Damen 91 und bei den Herren 134 Läufe, bei 10 Bahnen pro Lauf. Das waren über 2000 Aktive, die allein über 50 m Freistil angetreten sind. Das reibungslos zu schaffen, war eine Meisterleistung und die zahlreichen Offiziellen und Volontäre waren immer freundlich und gut gestimmt.
Die Wettkämpfe begannen um 9 Uhr, das Einschwimmen schon um 7:30 Uhr. Die Damen und Herren schwammen getrennt in 2 großen Hallen und jeden Tag wurde die Halle gewechselt. Nachmittags und abends konnten wir dann in Gruppen und mit unserer Begleitung Singapur bei Tag (Bild 7) und Nacht (Bild 8 und 9) erkunden. Eine Weltstadt, exotisch und tropisch, dabei sauber, sicher und sehr freundlich. Wenn nur der lange Flug nicht wäre.
Diese WM war ein unvergessliches Erlebnis!