Wasserball (So, 24. Jan 2010)
Poseidon ausgeschieden
Poseidon - ASCD 6:16 (1:5, 3:2, 0:5, 2:4)
Es war ein toller Wasserballabend für die Hamburger. Im Achtelfinale des Deutschen Wasserballpokals hatte der SV Poseidon Hamburg die Amateure aus Duisburg zu Gast.
Natürlich war der Deutsche Vizemeister aus dem Ruhrpott haushoher Favorit in dieser Begegnung. Trotzdem reisten die Duisburger mit ihrer kompletten Mannschaft an, um nicht gerade am Zweitligisten aus Hamburg zu scheitern. Die Hamburger ihrerseits, ihrer Nebenrolle bewusst, wollten ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen und ihr Bestes in dieser Begegnung geben.
Entsprechend engagiert gingen beide Mannschaften zu Werke. Ein von Beginn an schnelles und interessantes Spiel fesselte die zahlreichen Zuschauer in der Dulsberghalle. Unter den Augen von Bundesligaspielleiter Bernt Jacobs und Schiedsrichterobmann Rolf Lüdecke begannen die Duisburger mit einer eindrucksvollen Vorstellung. Jede Minute ein Tor schien die Devise zu lauten, denn nach nur drei Minuten stand es schon 0:3. Gegen die platzierten Schüsse der Duisburger, insbesondere der Nr. 6 Florian Müller, war Torwart Michael Schnese machtlos. Nachdem Patrick Weik mit einem sehr schönen Aufsetzer aus halblinker Position den Anschlusstreffer erzielen konnten, legten die Duisburger noch einmal nach und beendeten das Viertel mit 5:1.
Der zweite Durchgang begann wie der erste endete, mit zwei Toren für Duisburg. Nun musste noch einmal ein Tor für Poseidon her, damit das Spiel nicht zu einseitig wird. Das hatte sich die Mannschaft wohl auch gesagt und plötzlich sahen wir eine überlegene Poseidonmannschaft. Björn Aschmoneit verlädt den duisburger Torwart beim Überzahlspiel und schießt unhaltbar ins rechte Eck zum 2:7. Eine Minute später trifft Timo Wachtel wiederum bei Überzahlspiel nach gelungenem Kombinationsspiel und 40 Sekunden später das vielumjubelte 4:7 durch eine wunderschöne Rückhand von Jakob Haas aus der Centerposition.
Dann kam die Halbzeitpause. Danach sahen wir eine Mannschaft aus Duisburg, die wie ausgewechselt auftrat. Gegen die konsequenten Konterattacken hatte Poseidon nichts entgegenzusetzen, obwohl weiterhin auch schwimmerisch alles gegeben wurde. Poseidon steckte aber auch in dieser Phase nie auf. Das wurde auch von den Zuschauern bemerkt und es wurde jede gelungene Poseidonaktion mit Beifall belohnt. Obwohl dieses Viertel 0:5 ausging, verhinderte Torwart Michael Schnese mit einigen tollen Paraden Schlimmeres.
Nach kurzer Erholungspause das letzte Viertel. Klar, das Spiel war entschieden. Aber weder die Gastgeber noch die Gäste ließen mit in ihren Sturmläufen nach. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Poseidon bäumte sich noch einmal auf, ein wunderschönes Überzahltor von Dennis Weiß, der direkt nach passgenauem Spiel ins linke obere Eck zum 5:13 trifft. Im Gegenzug dann wieder ein Tor für Duisburg, bevor Matthias Goritzka nach kurzem Anspiel Tor Nr. 6 für Poseidon erzielt.
Am Schluss steht es 6:16. Duisburg ist eine Runde weiter im Deutschen Wasserballpokal, Poseidon ist ausgeschieden. Die Zuschauer waren aber trotzdem begeistert. Sie sahen nach langer Zeit wieder einmal eine deutsche Spitzenmannschaft und sie sahen einen SV Poseidon, der in diesem Spiel alles gab und die Begegnung trotz des eindeutigen Ergebnisses spannend machte. Beide Mannschaften wurden aufgrund ihrer Darbietung mit andauernden Beifallsbekundungen verabschiedet. Es war wie gesagt ein toller Wasserballabend.
Walter Roscher